Durch die im 17. Jahrhundert aufkommenden religiösen Erneuerungsbewegungen (Konzil von Trient) entstanden im Oberwallis zahlreiche Jesuitenniederlassungen. Die Jesuiten bauten Schulen um der Bevölkerung die "alten guten" Sitten wieder beizubringen und zusätzlich wurde damit die Ausbildung des Klerus verbessert. Bereits 1612 und nachher 1620 und 1621 bemühte sich der Zenden Brig um eine Jesuitenniederlassung. 1625 wurde dann endlich die Jesuitenniederlassung von Venthône (Raume Siders) nach Brig umgesiedelt. Durch innenpolitische Auseinandersetzungen zwischen dem Bischof und dem Zenden mussten die Jesuiten fliehen, wurden aber bereits 1650 vom Landrat Sitten und der Zendenversammlung Brig zurückgerufen.
Damals bemühten sich Leuk, Siders und Visp um eine Jesuitenschule. Das grosszügige Angebot Brigs der Bezahlung von Unterhalt, der Kosten des Baumaterials und die grosszügige Schenkung durch Kaspar Jodok von Stockalper, der seinen eigenen Boden und finanzielle Mittel zur Verfügung stellte, überzeugt die Jesuiten dann doch nach Brig zu ziehen. Am 19. Oktober 1662 wurde somit das erste Schuljahr eröffnet.
1686 wurde ein Fundationsvertrag zwischen den 6 Zenden und den Jesuiten geschlossen, dabei wurden die finanziellen Pflichten der Zenden und die Lehrverpflichtung der Jesuiten beschlossen, zusätzlich bekamen die Jesuiten das Bürgerrecht.
18. Jahrhundert
Durch den Bau des Jesuitenkollegiums in Sitten und die Verlegung der Priesterserminars nach Gerunden verlor das Kollegiums eine Zeit lang seine Bedeutung und wurde 1774 zum Weltpriesterkonvikts. Von 1777 bis 1810 wurde die Schule von Piaristen aus Trier geleitet. Infolge der französischen Eroberung durch Napoleons und der Besatzung wurden die Räumlichkeiten von 1812 bis 1814 als Kaserne genutzt. Nachdem durch den Wiener Kongress 1815 das Wallis zur Schweiz kam, bemühte sich der Landeshauptmann Kaspar Eugen von Stockalper mit der Zustimmung des Zenden um eine Rückkehr der Jesuiten nach Brig.
19. Jahrhundert
Das Kollegium bekam so wieder eine neue Bedeutung nämlich wurde es zum Sitz des Superiors dr Missio Helvetica und der Ausbildungsstätte des Ordensnachwuches. 1847 wurde aufgrund des Sonderbundkrieges das Kollegium für ein Jahr geschlossen. In der Zwischenzeit musste die Regierung aufgrund des Druck des Jesuitenverbotes durch Papst Clemens XIV. die Jesuiten zur Ausweisung veranlassen.
1848 wurde das Kollegium durch Weltgeistliche wiedereröffnet, seither ist der Kanton Wallis zuständig für die Anstellung der Lehrkräfte.
20. Jahrhundert
Heute ist Kollegium Spiritus Sanctus Brig das einzige deutschsprachige Gymnasium resp. Kollegium im Kanton Wallis und liegt in der Gemeinde Brig-Glis. Das Kollegium umfasst ein Gymnasium, mit der Sportmittelschule hsk+m eine Handelsschule für Sportler und Künstler, das Nationale Leistungszentrum Schneesport, das schweizweit grösste Internat und das Kirchenrektorat der Kollegiumskirche. 1133 Schüler besuchen das Gymnasium und zusätzlich 73 besuchen die Sporthandel. Die Gymnasiasten sind hauptsächlich der deutschen Sprache mehr oder minder mächtige Eingeborene.
